Angriff auf feministische Strukturen von Clubbesitzer

### Wir möchten mit dieser Veröffentlichung auf kürzlich stattgefundene Angriffe des Betreibers vom Schumacher Club Bochum aufmerksam machen ###

Seitdem der Schumacher Club von Unbekannten auf den Straßen Bochums als „unsafe space“ markiert wurde, werden feministische Gruppen vom Inhaber des Clubs bedroht. Um den 27. Oktober herum sind unzählige „unsafe space“-Sticker im Schumacher Design im Stadtbild aufgetaucht, es wurden zwei Transpis im Bermuda Dreieck entdeckt sowie der Laden selbst als „unsafe space“ markiert.

Der Schumacher Club ist unter anderem deshalb ein unsafe space, da hier über sexuelle Übergriffe hinweggesehen wurde. Übergriffiges Verhalten wurde toleriert und sogar begünstigt. Es wurde Täterschutz betrieben und Menschen in verantwortungsvollen Positionen wurden zu Tätern. Nachzulesen hier: de.indymedia.org/node/87208 Die Kommentarspalten machten im Nachgang der Veröffentlichung deutlich, dass der Schumacher Club auch für viele andere Menschen kein guter Ort war:

Aufgrund der Geschehnisse gründete sich die Initiative Schulterschluss, die einen offenen Brief an den Club formulierte, der von 18 Gruppen aus dem Ruhrgebiet unterzeichnet wurde. Einzelne Artists und Einzelpersonen distanzierten sich in der Folge vom Club. Der Club reagierte nicht auf den Brief.
Auf die Sticker- und Transpiaktion reagierte der Clubbetreiber hingegen schon – und zwar mit massiven verbalen Drohungen. Zwei feministische Gruppen erhielten in den folgenden Tagen und Wochen persönliche Drohnachrichten auf Facebook und Instagram.In Gauland-Rethorik („wir werden euch jagen!!!“) und mit wiederholten Drohungen versucht er, ganz offensiv feministische Gruppen einzuschüchtern und mundtot zu machen.

Zudem haben die Betreiber*innen des Clubs die besagte Aktion nochmal zum Anlass genommen, den Club als „safe“ zu betiteln. Ein Schlag ins Gesicht für alle, die von geduldeten Übergriffen im Club betroffen waren und ein weiteres deutliches Zeichen, wie der Club zu seiner Verantwortung steht.

Es ist an Widerlichkeit kaum zu übertreffen. Die Betreiber*innen legen einmal mehr ihren nicht vorhandenen Reflektionswillen offen und zeigen, wie egal ihnen die Sicherheit von weiblich gelesenen Personen im Club ist.
Doch damit nicht genug. Der Besitzer erschien außerdem persönlich an einem Ort in Bochum, an dem feministische Arbeit geleistet wird. Er wütete, schrie die beiden Anwesenden durch die Fensterscheibe an, legte erneut sein politisches Weltbild offen und drohte minutenlang massiv: links sei viel aggressiver als rechts, bei der nächsten Demo würde er „uns alle einzeln auseinandernehmen“, außerdem würde er bald mit dem Auto in den Laden fahren, usw…In den ersten Wochen nach der Aktion hatte er außerdem ein Foto einer Bochumer Feministin auf seinem öffentlichen Facebookprofil hochgeladen. Ein massiver Einschüchterungsversuch gegen diese Person, die er offenbar als Feindbild deklariert hat.


Besorgniserregend ist außerdem, dass sich der Clubbesitzer am 7. November bei den sogenannten „Querdenkern“ in der Bochumer Innenstadt blicken ließ. Hier zu sehen mit Peter Florian (l.), Organisator der Querdenken-Veranstaltung am 7. November. (Quelle: https://mobile.twitter.com/antifa_linke/status/1325223334624235521) Offensichtlich stellt der Schumacher Club den Schwurbler*innen auch ganz gern eine Anlage für ihre Veranstaltung zur Verfügung. Nachzulesen hier: https://antifabochum.noblogs.org/2020/11/verschwoerungschronik/

Oftmals wurden wir in den vergangenen Monaten von verschiedenen Menschen dafür kritisiert, den Diskurs nicht offen zu führen und wurden dazu aufgefordert, das Gespräch mit den Betreiber*innen des Clubs zu suchen. Im Rahmen dieser Ereignisse ist wieder einmal deutlich geworden, dass es für uns der einzig richtige Weg ist, nicht in den persönlichen Diskurs zu gehen! Nicht nur, dass wir partout nicht mit Sexisten und Menschen, die (wissentlich) sexuelle Übergriffe deckeln, auf Augenhöhe ein Gespräch führen wollen, wir müssen uns zunehmend selbst vor Übergriffen schützen! 

Das Verhalten des Betreibers ist scheußlich und bedrohlich und vor allem ist es nicht hinnehmbar. Er schießt dabei wahllos um sich und bedroht nach unserem Kenntnisstand vor allem Gruppen und Einzelpersonen, die sich in der Vergangenheit den Forderungen der Initiative Schulterschluss zur Schließung des Clubs angeschlossen haben. Es kann nicht sein, dass nun die Strukturen, die sexuelle Übergriffe anprangern, selbst von Tätern angegriffen werden.
Schumacher Club schließen – die Notwendigkeit dieser Forderung sollte nun nach den aktuellsten Vorfällen auch die allerletzte Person verstanden haben! Wir fordern sowohl Gruppen als auch Einzelpersonen auf: zeigt euch solidarisch! Fragt die von Bedrohungen (potentiell) betroffenen Menschen, was ihr tun könnt. Macht Menschen Druck, die weiterhin hinter dem Club stehen! Redet mit eurem politischen sowie privaten Umfeld. Wir fordern eine klare Distanzierung aller involvierten Kollektive des Clubs! Wir erwarten solidarischen Rückhalt, wenn feministische Strukturen angegriffen werden! Sexismus und sexuelle Gewalt darf niemals toleriert werden!

Schumacher Club schließen!

2 Gedanken zu „Angriff auf feministische Strukturen von Clubbesitzer“

  1. sehr guter kommentar! der club ist sammelbecken für sexisten,queerdenker und gescheiterte existenzen. war dort auch mal gast und habe mich super unwohl gefühlt, weil ich keine drogen nehmen wollte. der besitzer bestand aber darauf und wollte mir sein „büro“ zeigen. er kam mir sehr nahe und war sehr aufdringlich. nachdem 5x nein hat er es erst akzeptiert.

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    1. „gescheiterte Existenzen“?
      Klassismus und Sozialdarwinismus: klasse! Ist das dein Verständnis von Solidarität und „linkssein“? 🤮

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